Gelenkwissen

Glucosamin und Chondroitin schützen Gelenkknorpel
Ab dem 65. Lebensjahr hat fast jeder Bundesbürger Arthrose. Die nicht entzündliche Erkrankung der Gelenke bereitet starke Schmerzen und sorgt dafür, dass sich die Betroffenen automatisch weniger bewegen und letztendlich immobil werden.

Die degenerative Krankheit ist unheilbar und wird schulmedizinisch mit starken Medikamenten behandelt, die wegen ihrer Nebenwirkungen oft mehr schaden als nützen. Eine bessere Alternative sind Nahrungsergänzungsmittel, die den meist altersbedingten Knorpel-Abbau hemmen und zugleich schmerzlindernd wirken.


Was ist Arthrose?
Arthrose ist eine nicht durch Entzündungen hervorgerufene Erkrankung der Gelenke. Sie kommt meist bei Menschen jenseits der 60 vor und zeigt sich in Form von Abnutzung und Verschleiß der Gelenkknorpel. Sie sind meist so schwer geschädigt, dass auch die Gelenkkapsel und die sie umgebenden Körpergewebe, Muskeln und Knochen in Mitleidenschaft gezogen sind. Von Arthrose kann grundsätzlich jedes Gelenk betroffen sein. Meist sind es jedoch die Knie, Sprunggelenke, Zehen-Gelenke und die Wirbelsäule, die den Arthrose-Patienten zu schaffen machen.

Ursache ist meist eine länger andauernde Überbelastung der Gelenkknorpel. Da defekte Knorpel-Zellen nicht wie andere Zellen vom Körper selbst repariert werden können, verschleißen sie und werden von Enzymen wie beispielsweise der Kollagenase zersetzt. Auch eine permanente Fehlbelastung (Fehlhaltung), Stoffwechselerkrankungen (Gicht), Verletzungen durch Unfälle und eine genetische Prädisposition können zur Entstehung von Arthrose führen. In diesen Fällen sind auch jüngere Patienten von der Gelenkerkrankung betroffen.

Arthrose führt dazu, dass die Knorpel-Schicht durch den Knorpel-Abbau immer dünner wird. Wird sie weiter belastet, kommt es zur Bildung von Spalten und pathologischen Veränderungen an Bändern, Knochen und der Gelenkinnenhaut. Da immer weniger Knorpel-Masse vorhanden ist, reiben die Knochen des Gelenks aneinander, was beim Patienten höllische Schmerzen auslöst.

Da man die Frühstadien der Gelenk-Arthrose mithilfe moderner bildgebender Verfahren wie CT und MRT recht gut identifizieren kann, empfiehlt es sich, bei den ersten Anzeichen der degenerativen Erkrankung möglichst bald den Facharzt aufzusuchen. Sie zeigen sich beispielsweise in der Schwierigkeit, normal zu sitzen, der Mühe beim Aufstehen und dem Anlaufschmerz beim Gehen. Hilfe bietet auch die prophylaktische Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Glucosamin und Chondroitin.


Was ist Glucosamin und wie wirkt es?
Glucosamin ist eine Aminosäure, die im Körper aus Glucose und Glutamin gebildet wird. In Nahrungsergänzungsmitteln kommt es meist als Glucosamin-Sulfat und Glucosamin-Hydrochlorid vor. Glucosamin-Sulfat unterstützt den Einbau von Schwefel in die Knorpel-Substanz und ist auch für Bänder und Sehnen sehr wichtig. Die chemische Verbindung fördert die Bildung von Proteoglykanen und Kollagen, die Knorpel-Zellen aufbauen und reparieren. Außerdem hemmt sie die Aktivität knorpelabbauender Enzyme wie der Kollagenase.

Normalerweise ist der menschliche Körper imstande, sich das benötigte Glucosamin selbst herzustellen und noch zusätzlich aus der zugeführten Nahrung abzuspalten. Ältere Menschen sind dazu jedoch oft nur noch bedingt in der Lage. Ist der Körper damit unterversorgt, wird die Gelenkschmiere immer dünn-flüssiger. Unmittelbare Folge: Das Gelenk nutzt sich schneller ab und wird für Verletzungen und Knorpel-Beschädigungen anfälliger.

Diverse Langzeitstudien belegen, dass die zusätzliche Zufuhr von Glucosamin-Sulfat
- Knorpel-Schäden hemmen
- das Dünner-Werden der Gelenkschmiere verhindern
- beeinträchtigte Gelenke wiederaufbauen
- Gelenkschmerzen lindern
- Entzündungen hemmen
- Gelenk-Steifigkeit stoppen kann.

In verschiedenen wissenschaftlichen Studien zeigte Glucosamin-Sulfat eine bessere Wirkung als die üblicherweise verordneten nicht-steroidalen Anti-Rheumatika (NSAR). Daher sollten von Arthrose Betroffene es als Kur 3 bis 4 Monate lang täglich zu sich nehmen.

Außerdem konnte gezeigt werden, dass das Nahrungsergänzungsmittel mit längerer Einnahmedauer immer effizienter wirkt. Wegen der praktisch nicht vorhandenen Nebenwirkungen kann der Patient es sogar als Daueranwendung zu sich nehmen. Vorbeugend zugeführt, zeigt sich die Wirkung des Mittels nach 6 bis 8 Wochen.


Was ist Chondroitin und was bewirkt es?
Als Chondroitin-Sulfat bezeichnet man eine im Gelenkknorpel vorhandene chemische Verbindung. Sie ist imstande, Wasser zu speichern und gibt dem Knorpel-Gewebe Struktur. Chondroitin wird aus Galactosamin und Glucuronsäure gebildet und verbessert die Beweglichkeit der Gelenke, indem es den Abbau von Knorpel-Substanz durch bestimmte Enzyme hemmt und bei Menschen mit Arthritis Gelenkschmerzen lindert (In-vitro-Versuche).

Auch die Wirksamkeit von Chondroitin-Verbindungen bei der Bekämpfung des Knorpel-Abbaus konnte durch mehrere wissenschaftliche Studien belegt werden. Das Chondroitin Nahrungsergänzungsmittel wird ebenfalls als Kur empfohlen. Der Patient sollte es zweimal jährlich für jeweils 3 Monate zu sich nehmen.


Glucosamin und Chondroitin arbeiten optimal zusammen
Wer an Arthrose leidet oder der schmerzhaften degenerativen Erkrankung vorbeugen möchte, kann Glucosamin oder Chondroitin Kapseln einnehmen. Noch wirksamer ist es jedoch, beide Substanzen gleichzeitig zuzuführen, da man so noch ihren synergistischen Effekt nutzen kann: Werden beide chemische Verbindungen in ausreichender Menge aufgenommen, kann der Körper daraus die zum Aufbau von Knorpel-Zellen benötigte Hyaluronsäure herstellen.

Wie gut Glucosamin Chondroitin zusammenarbeiten, zeigte sich beispielsweise in klinischen Studien wie GAIT (National Institutes of Health, USA) und der europäischen GUIDE-Studie. Sich auf die Chondroitin Eigenproduktion des Körpers zu verlassen, bringt nichts, da er es nur in geringen Mengen selbst herstellen kann. Auch die Aufnahme des Stoffes aus der täglichen Nahrung reicht nicht aus, den Bedarf des Arthrose geschädigten Körpers an Chondroitin zu decken.

Glucosamin Chondroitin sind eine nahezu perfekte Ergänzung: Glucosamin beschleunigt die Herstellung von Proteoglykanen und Kollagen und verhindert Entzündungen und Gelenkschmerzen. Die gebildeten Proteoglykane lagern sich in die Knorpel-Zwischenräume ein, die umgehend von dem Chondroitin mit Flüssigkeit versorgt werden. Sie enthält für den Knorpel-Aufbau bzw. seine Regeneration wichtige Substanzen und Nährstoffe. Außerdem wirkt die Flüssigkeit wie ein natürlicher Stoßdämpfer und federt mechanische Druckeinwirkung optimal ab.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Chondroitin besteht darin, wie seine chemische Ergänzung Proteoglykane und Kollagen herzustellen. Es bildet außerdem Glucosamin. Chondroitin hemmt den Knorpel-Abbau und die Aktivität von Enzymen, die der Gelenkschmiere Flüssigkeit entziehen.


Was man bei der Einnahme von Glucosamin Chondroitin beachten sollte
Glucosamin Chondroitin sind zusammen in Kapsel-Form erhältlich und effizienter als Kortison Spritzen, die zwar Schmerzen lindern, die Zerstörung der Knorpel-Substanz jedoch nicht aufhalten.

Der Patient, der das Kombi-Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchte, sollte darauf achten, woraus die beiden chemischen Verbindungen gewonnen werden. Glucosamin kommt in Meeres-Früchten vor - was Patienten mit einer Meeresfrüchte Allergie berücksichtigen sollten. Eine alternative Glucosamin-Quelle sind Mais oder synthetisches Glucosamin.

Chondroitin wird meist aus Schweine, Rinder und Haifisch-Knorpeln isoliert. Die meisten Glucosamin Chondroitin Kapseln bestehen aus Gelatine und sind daher für Veganer und Vegetarier mit Arthrose nicht geeignet.